Elinks ein Text-basierender Webbrowser für die Konsole

Andreas Preuss
12-06-2018 16:10

ELinks ist nicht nur der coolste Kommandozeilen-Webbrowser. Tatsächlich ist es auch der einzige Kommandozeilen-Webbrowser, der mehr oder weniger noch aktiv entwickelt wird und auch moderne Webseiten unterstützt. Entwickelt wurde der schlanke Textbrowser ELinks von Jonas Fonseca.

Man kann sich ELinks als den Firefox auf der Kommandozeile vorstellen, nur schneller und besser. Ziel war es einen klassischen Open-Source Browser für die Konsole zu erstellen, der sehr flexibel ist und auch Frames und Tabellen darstellen kann. Da sich ELinks als einfacher Textbrowser nur auf die Texte und nicht auf Sripte, etc konzentriert ist ELinks so sicher wie kaum ein anderer Browser. Gerade die grafischen Browser liegen im Vergleich um Längen dahinter. Er kann zusätzlich an eigene Bedürfnisse angepasst und durch Perl-, Lua- oder Guile-Skripte erweitert werden. Webstandards sind nicht unbedeutend für ELinks, so beherrscht er eine Vielzahl von Protokollen, etwa HTTP, HTTPS, FTP (mit SSL Support) IPV4 oder auch darstellung lokaler Dateien. Zusätzliche Protokollunterstützung besteht für BitTorrent-Finger, Gopher, SMB und NNTP. Er beherrscht die Darstellung von Farben, beinhaltet eine Lesezeichenverwaltung, ermöglicht Tabbed-Browsing und stellt Tabellen und Franmes akurat dar. ELinks funktioniert unter Linux, FreeBSD, OpenBSD, Solaris, IRIX, HPUX, Digital Unix, AIX, OS/2, BeOS, RISC OS und MacOS X und ist auch meist verfügbar durch alle Linux/BSD-Paketmanager. Ein Port für Win32 befindet sich im Beta-Stadium. Download hier. Die Installation unter Debian oder Ubuntu zum Beispiel kann einfach über den Packetmanager vorgenommen werden:

sudo apt-get update
sudo apt-get install elinks

Zum starten kann man einfach elinks eingeben, oder auch gleich einen Domain-Namen hinzufügen:

elinks http://elinks.or.cz/  # elinks Homepage

Sobald man im Programm ist, kann man die Taste "g" verwenden, um die Adressleiste aufzurufen. Oder man drückt die Escape Taste. Damit öffnet man die Menüzeile. Weitere Tastaturbefehle:

g - URL aufrufen                  s - Lesezeichen
h - History                       o - Optionen (z.B. Einstellungen)
t - Neue Registerkarte öffnen     T - Link als neuen Tab öffnen
<> - Links/rechts verschieben     Home - zum Seitenanfang
End - zum Seitenende gehen        Links - zurückgehen
Rechts - Hyperlink folgen         Nach oben - vorheriger Hyperlink
Nach unten - nächster Hyperlink   / - Suche
\ - HTML ansehen                  [ - Scrollfenster nach links
] - Fenster nach rechts scrollen  c - Reiter schließen
q - beenden                       d - Hyperlink herunterladen
Strg r - Aktualisieren       

Die Datei /home/username/.elinks/elinks.conf enthält die Konfigurationsinformationen für ELinks. Damit kann man das Verhalten von ELinks auf vielfältige Weise konfigurieren: z.B.: Protokollverhalten, Tastaturbelegung, Farben für das Rendering und die Benutzeroberfläche. Die Datei wird beim Start gelesen und nur bei Bedarf gespeichert. Alle in diesem Dokument beschriebenen Optionen können in ELinks vollständig konfiguriert werden, so dass keine Bearbeitung von elinks.conf in der Regel erforderlich ist. Die Tastenbelegungen können auch in der elinks.conf angegeben werden.
SYNTAX
Die Syntax der Konfigurationsdatei ist sehr einfach. Die Datei elinks.conf ist eine freie ASCII-Textdatei, die im jeweiligen home Verzeichnis des Users abgespeichert wird. Die Datei kann zusätzliche Registerkarten und Zeilenumbrüche zur Formatierung enthalten. Schlüsselwörter in der Datei sind case-sensitive. Kommentare beginnen wie üblich mit dem Zeichen # und enden am Ende der Zeile:

# Use asynchronous DNS resolver?
set connection.async_dns = 1
# horizontal text margin.
set document.browse.margin_width = 3
# Default document codepage.
set document.codepage.assume = "ISO-8859-1"
# User defined protocol handlers
set protocol.user.mailto.unix = "mutt %h -s \"%s\""
Tags: Bash, Debian 9 Stretch, Kommandozeile, Konsole
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