Was bedeutet beim booten von Debian die Meldung "intel_rapl: no valid rapl domains"?

Andreas Preuss
14-11-2017 10:20

Virtualbox Linux Fehlermeldung beim Start

Startet man ein Debian oder Ubuntu System in einer Virtual Box, so kann es sein, dass einem während des Bootvorganges die Fehlermeldung "no valid rapl domains found in package 0" auffallen.
Diese Fehlermeldung besagt, dass Linux das Modul nicht laden kann, da es üblicherweise auf echten PCs starten würde. RAPL (Running Average Power Limit) ist einfach eine Energieverwaltung von Intel.
Trotzdem kann dies mit der Zeit auf den Wecker fallen.

Dies war beim Linux Kernel eine Änderung, die im Oktober 2013 eingeführt wurde, um den Intel RAPL Power Capting Treiber im Linux Kernel zu unterstützen. Diese Meldung ist nicht störend und hat keinen Einfluss auf die Leistung oder Funktionalität des Systems, da es sich nur um ein Energieverwaltungsmodul handelt. Wenn die Virtualisierungssoftware z.b. VirtualBox diesen Treiber unterstützt (und der Host unterstützt erweiterte Power-Funktionen), wird die Meldung ausgeblendet.
Hier kann man den Quellbaum des Moduls überprüfen, um zu prüfen, was es tut.

Es gibt also Zwei Lösungen um hier Abhilfe zu schaffen:
In VirtualBox PAE/NX aktivieren:

oder das Modul auf die Blackliste setzen und vom Laden ausschliessen.

echo 'blacklist intel_rapl' >> /etc/modprobe.d/blacklist.conf
reboot

Mit modprobe können Module zur Laufzeit des Systems ge- und entladen werden.
Bei Debian : nano /etc/modprobe.d/fbdev-blacklist.conf
Bei Ubuntu : nano /etc/modprobe.d/blacklist.conf
Bei Suse (Leap): /etc/modprobe.d/50-blacklist.conf

Die Sperrlisten im Verzeichnis /etc/modprobe.d/ haben üblicherweise den Namen blacklist-Modulname.conf, d.h. der Dateiname kann frei gewählt werden, sollte aber mit dem Präfix blacklist- beginnen um direkt über die Funktion zu informieren. Darüber hinaus existiert auch eine "allgemeine" Datei, die nur den Namen blacklist.conf trägt. Diese Datei sollte man allerdings nicht komplett überschreiben, sondern bei Bedarf weitere Einträge anhängen.

Eine ausführlichere Beschreibung über die Kernelmodule gibt es hier

Zum Schluss noch alle Treiber die zum Starten des Systems notwendig sind und nicht zum Kernel gehören einmal neu laden.

sudo update-initramfs -u -k all

Jetzt sollte beim nächsten Bootvorgang die Fehlermeldung nicht mehr vorhanden sein.

Tags: Bash, Boot, Konsole, Linux
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